Operatives Geschäft wächst deutlich – Sonderbelastung durch Bohrung Endorf 2 belastet Jahresergebnis 2026

Bad Endorf – Die Gesundheitswelt Chiemgau (GWC) AG hat am 14. Juli 2026 im Kultursaal ihre 54. ordentliche Hauptversammlung abgehalten. Im Mittelpunkt standen ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 mit gutem Umsatz- und Ergebniswachstum, ein dynamischer Start ins laufende Jahr sowie die strategische Weiterentwicklung des Konzerns. Vorstand und Aufsichtsrat wurden von den Aktionären vollständig entlastet. Breiten Raum in der Generaldebatte nahm die notwendige Stilllegung der Thermalbohrung „Endorf 2″ ein, über die bereits im Vorfeld ausführlich berichtet wurde.


Konzernumsatz und Konzernergebnis wachsen deutlich

Vorstandsvorsitzender/CEO Dietolf Hämel hob in seiner Präsentation die Entwicklung und die Leistungsfähigkeit des GWC-Konzerns hervor: „Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen blickt die GWC AG auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück: Der Konzernumsatz stieg um 5,4 Prozent auf 82,4 Millionen Euro. Das Konzernergebnis legte um 21,2 Prozent auf 2,5 Millionen Euro zu, der Bilanzgewinn wuchs um 18,5 Prozent auf 1,3 Millionen Euro.“ Die Hauptversammlung folgte dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands und beschloss, aus dem Bilanzgewinn 800.000 Euro in andere Gewinnrücklagen einzustellen; der verbleibende Betrag von 521,4 Tausend Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Solide Bilanzstruktur

Die Konzernbilanz zeigt eine solide Entwicklung: Die Sachanlagen stiegen um 47 Prozent auf 79,9 Millionen Euro – ein Ausdruck der laufenden Investitionstätigkeit. Das Eigenkapital wuchs um 4,9 Prozent auf 40 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei soliden 39 Prozent.

Dynamischer Start ins Geschäftsjahr 2026

Die ersten fünf Monate des laufenden Geschäftsjahres verliefen für die GWC AG sehr erfreulich: Zwischen Januar und Mai 2026 stieg der Konzernumsatz um 15,6 Prozent auf 37,9 Millionen Euro, das Konzern-EBIT legte um 128 Prozent auf 4,7 Millionen Euro zu. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand eine deutliche Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 82,4 Millionen Euro. „Man muss das operative Geschäft klar vom Sondereffekt der Bohrung trennen“, erläuterte Vorstandsvorsitzender Dietolf Hämel im Nachgang der Hauptversammlung. „2025 waren wir gerade in unseren Kliniken, aber auch in der Touristik ordentlich unterwegs und das zeigt sich auch in den ersten Monaten des Jahres 2026. Wir haben eine klare Strategie und einen klaren Fokus auf unser operatives Geschäft. Deshalb können wir sehr optimistisch auf die aktuelle Entwicklung und damit auf den ganzen Konzern blicken.“

Sondereffekt Bohrung Endorf 2 belastet Prognose 2026

Wie bereits im Vorfeld der Hauptversammlung ausführlich kommuniziert, muss die historische Thermalbohrung „Endorf 2″ nach gescheiterten Sanierungsversuchen dauerhaft verfüllt werden. Durch den damit verbundenen außerplanmäßigen Sondereffekt durch die notwendige vollständige Sonderabschreibung dieser Investitionskosten hat der Konzern seine Prognose des Konzern-EBIT 2026 angepasst und erwartet in diesem Kontext nun ein Betriebsergebnis in einer Bandbreite von minus 3,5 bis minus 6,5 Millionen Euro.
Für die Gäste der Chiemgau Thermen ergeben sich daraus keinerlei Einschränkungen. „Das Wasser, das in der Therme genutzt wird, fördern wir schon seit vielen Jahren ausschließlich aus der moderneren Bohrung Endorf 3. Deshalb wird der Gast hier nichts merken“, stellte Hämel klar.

Strategische Weiterentwicklung in unsicherem Umfeld

Trotz des komplexen Unternehmensumfelds treibt die GWC AG ihre strategische Weiterentwicklung konsequent voran. Im Fokus stehen unter anderem der gezielte Ausbau der ambulanten Medizin, die Erschließung der Altersmedizin als Wachstumsfeld angesichts der demografischen Entwicklung sowie die Schärfung der medizinischen Profile einzelner Standorte. Auch der Tourismusbereich wird sein Gesundheitsprofil weiter schärfen, während mit „Professional Longevity“ ein neues Zukunftsfeld erschlossen werden soll. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bilden dabei das technologische Fundament für weiteres Qualitätswachstum. Kultur und Führung gelten als wichtigste Basis der Unternehmensentwicklung.

Ausblick

Der Vorstand blickt trotz der Sonderbelastung durch die Bohrung zuversichtlich in die Zukunft. Die Eigenkapitalquote und die Liquiditätslage des Konzerns seien solide, das operative Geschäft entwickle sich in allen Bereichen erfreulich. „Es ist für uns jetzt wichtig, dieses herausfordernde Projekt hinter uns zu lassen“, so Hämel. „Wir können sehr optimistisch auf unser operatives Geschäft und damit auf den ganzen Konzern blicken.“

 

Foto (GWC AG) v.l.n.r.: Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Ertl, Vorstandsvorsitzender/CEO Dietolf Hämel und Vorstand/COO Stefan Düvelmeyer,