Scroll

Zweiter Longevity Day in Bad Endorf

Wissenschaftliche Impulse für ein längeres gesundes Leben

Bad Endorf, Juli 2026 – Wie lässt sich die gesunde Lebensspanne gezielt verlängern – messbar, evidenzbasiert und jenseits kurzfristiger Trends? Mit dieser Frage beschäftigte sich der zweite Longevity Day der Gesundheitswelt Chiemgau. Zu dem exklusiven Abend im Kultursaal Bad Endorf hatte die Gesundheitswelt Chiemgau AG ausgewählte Gäste eingeladen.

Zum Auftakt begrüßte Dietolf Hämel, Vorstandsvorsitzender (CEO) der GWC AG, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Namen der Gesundheitswelt Chiemgau. In seiner Ansprache unterstrich er die strategische Bedeutung des Themas für das Unternehmen: Wer in Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortung übernehme, könne die eigene Gesundheit nicht dem Zufall überlassen. Mit dem Professional Longevity Center Chiemgau bündelt die Gesundheitswelt Chiemgau ihre langjährige medizinische Expertise, um Menschen dabei zu unterstützen, ihre Gesundheitsspanne nachhaltig und individuell zu fördern.

Auch Stefan Düvelmeyer, Vorstand (COO) der GWC AG, hieß die Gäste willkommen und erläuterte den Anspruch des Abends. Professional Longevity grenze sich klar von kurzfristigen Wellness-Trends und vermeintlichen Schnelllösungen ab. Im Mittelpunkt stehe ein ganzheitlicher, wissenschaftlich fundierter Ansatz, der sich an den sogenannten „Hallmarks of Aging“ orientiert – den zentralen biologischen Kennzeichen des Alterns. Ziel sei es, relevante Einflussfaktoren systematisch zu erfassen und medizinische Maßnahmen verantwortungsvoll aufeinander abzustimmen.

Forschung, Verantwortung und die Grenzen des Machbaren

Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr. Matthias Spörrle mit einem Überblick über den aktuellen Stand der Longevity-Forschung. Er spannte den Bogen von wissenschaftlichen Grundlagen und internationalen Studien bis zu der Frage, welche Möglichkeiten die moderne Medizin heute bietet – und wo verantwortungsvolle Grenzen zu ziehen sind.

Mit anschaulichen und humorvollen Beispielen verdeutlichte Prof. Dr. Spörrle, dass technische Machbarkeit nicht automatisch medizinischen Nutzen bedeutet. Unter anderem griff er das Beispiel gentechnisch veränderter, fluoreszierender Tiere auf. Seine Botschaft: Wissenschaftliche Innovation eröffnet zahlreiche Möglichkeiten, doch nicht jede Intervention ist sinnvoll, sicher oder auf eine gesunde Langlebigkeit ausgerichtet.

Langlebigkeit sei kein Zufall, sondern werde von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren beeinflusst. Die Aufgabe seriöser Longevity-Medizin bestehe daher nicht darin, jede denkbare Maßnahme auszuschöpfen. Entscheidend seien vielmehr Interventionen, die wissenschaftlich begründet, medizinisch vertretbar und langfristig in den Alltag integrierbar sind. Von ungetesteten Einzelmaßnahmen, extremen Selbstversuchen oder kurzfristigen Social-Media-Trends riet Prof. Dr. Spörrle ausdrücklich ab.

Psychische Gesundheit als wesentlicher Faktor für gesundes Altern

Im zweiten Vortrag widmete sich Dr. Carolin Göhre, Chefärztin der Klinik ChiemseeWinkel in Seebruck, den psychologischen Einflussfaktoren auf die Alterung. Sie zeigte auf, dass moderne Longevity-Forschung Körper und Psyche nicht getrennt voneinander betrachtet. Soziale Beziehungen, empfundene Einsamkeit, Persönlichkeitsmerkmale und Sinnorientierung können einen wesentlichen Einfluss darauf haben, wie gesund Menschen altern.

Insbesondere anhaltender psychosozialer Stress und fehlende soziale Einbindung können sich negativ auf Wohlbefinden und Gesundheit auswirken. Menschen mit einem stabilen sozialen Netzwerk erfahren dagegen häufig mehr Unterstützung im Alltag und erhalten eher Rückmeldungen zu Veränderungen ihres Gesundheitszustands.

Auch Persönlichkeitsmerkmale und individuelle Wertehaltungen spielten eine Rolle, so Dr. Göhre. Gewissenhaftigkeit, soziale Offenheit, Selbstbestimmung und ein klar erlebter Lebenssinn könnten sich positiv auf Gesundheit und Lebensqualität auswirken. Unter Einbezug ihrer wissenschaftlichen Arbeit verwies sie zudem auf das japanische Konzept des Ikigai, das persönliche Stärken, soziale Beziehungen und einen als sinnvoll empfundenen Beitrag für andere verbindet.

Ihre zentrale Botschaft: Professionelle Langlebigkeit bleibt unvollständig, wenn die aktive Gestaltung von Beziehungen, Persönlichkeit und Sinnorientierung außen vor bleibt.

Hyperbare Sauerstofftherapie im Longevity-Kontext

Im abschließenden Fachvortrag erläuterte Prof. Dr. Matthias Spörrle das Potenzial der hyperbaren Sauerstofftherapie, kurz HBOT, im Kontext gesunden Alterns. Bei diesem medizinischen Verfahren wird unter kontrollierten Bedingungen mit erhöhtem Umgebungsdruck und Sauerstoff gearbeitet. Der gezielte Reiz kann Anpassungs- und Regenerationsprozesse des Körpers unterstützen.

Prof. Dr. Spörrle stellte Forschungsergebnisse zu möglichen Einsatzfeldern vor, etwa im Bereich der Regeneration, Leistungsfähigkeit, bestimmter Gewebeschäden oder chronischer Beschwerden. Auch mögliche Einflüsse auf zelluläre Alterungsprozesse werden wissenschaftlich untersucht. Entscheidend seien dabei stets eine sorgfältige medizinische Indikationsstellung sowie eine individuell abgestimmte Dosierung.

„Nicht einfach mehr, sondern die richtige Dosis“ lautete deshalb ein zentraler Gedanke des Vortrags. Druck, Sauerstoffanteil, Behandlungsdauer, Pausenintervalle und Frequenz müssten individuell geplant werden.

Das Professional Longevity Center Chiemgau setzt dabei auf personalisierte Protokolle, die medizinische Diagnostik, Biomarker und die persönliche Lebenssituation einbeziehen.

Austausch, Diagnostik und moderne Technologien

Nach den Vorträgen nutzten die Gäste ein gesundheitsorientiertes Buffet und die Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Das kulinarische Angebot griff das Thema der Veranstaltung bewusst auf – unter anderem mit frischen Speisen, Wasser aus Glasflaschen und Kombucha als koffeinfreier Alternative.

Begleitend präsentierte die Gesundheitswelt Chiemgau ausgewählte Longevity-Technologien und diagnostische Angebote. Eine Kältekammer, eine Sauerstoffdruckkammer sowie eine Station zur Messung des biologischen Alters machten unterschiedliche Ansätze erlebbar. Weitere Informations- und Mitmachstationen luden dazu ein, sich mit individuellen Gesundheitsdaten auseinanderzusetzen und mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.
Der zweite Longevity Day bot damit nicht nur wissenschaftliche Impulse, sondern auch Raum für individuelle Fragen, neue Kontakte und persönlichen Austausch. Für die Gesundheitswelt Chiemgau war die Veranstaltung eine erfolgreiche Fortsetzung des Formats und ein weiterer Schritt, das Thema professionelle Langlebigkeit im deutschsprachigen Raum sichtbar zu machen.

Professionelle Langlebigkeit im Kompetenzzentrum Chiemgau

Mit dem Professional Longevity Center Chiemgau erweitert die Gesundheitswelt Chiemgau ihr medizinisches Portfolio um einen innovativen Baustein. Auf Grundlage der „Hallmarks of Aging“, umfassender Diagnostik und eines 360-Grad-Ansatzes entstehen individuelle Programme, die medizinische, psychologische und lebensstilbezogene Maßnahmen miteinander verbinden.
Dabei greift das Center auf das breite Kompetenzspektrum der Gesundheitswelt Chiemgau zurück – von Kliniken und Rehazentren bis hin zu Thermen- und Präventionsangeboten.
Weitere Informationen zum Professional Longevity Center Chiemgau und zu kommenden Veranstaltungen gibt es unter:
www.professional-longevity-center.de